Es gibt Turniere, nach denen schaust du auf die Ergebnisliste und denkst dir: Zweimal Dritter, das ist in Ordnung. Und es gibt Turniere, bei denen der Weg dorthin die eigentliche Geschichte erzählt.
Santarém war so ein Turnier.
Vom 27. bis zum 29. August nahm ich an der 11. Station der Challenger Teqball League in Portugal teil. Ich trat in den beiden Bewerben Mixed und Herren-Doppel an. Am Ende gewann ich zweimal die Bronzemedaille. Und zweimal hieß der Gegner, der mich stoppte, Apor Györgydeák.

Mixed mit Zsófia: ein einziger verlorener Satz
Im Mixed trat ich mit Zsófia Dezsenyi aus Ungarn an. Es war erst unser zweites gemeinsames Turnier. In Paris verpassten wir beim ersten Mal das Halbfinale knapp und belegten den fünften Platz. Jetzt strebten wir nach mehr.
In der Gruppe H spielten wir gegen Jens Toftegaard aus Dänemark und Julia Gil aus Spanien. Wir entschieden die Sätze mit 12:3 und 12:3 für uns und holten ein glattes 2:0. Das zweite Gruppenspiel gegen Portugal gewannen wir kampflos.
Im Achtelfinale trafen wir auf Guilherme Ribeiro Scheffer da Rosa aus Brasilien und Patricia Nel aus Portugal. Wir siegten mit 12:6 und 12:4 und sicherten uns erneut ein 2:0. Bis dahin verlief alles nach Plan.

Der Krimi im Viertelfinale
Dann folgte das Viertelfinale gegen die Ukrainer Dmytro Shevchuk und Iryna Kushnir. Es war das engste Spiel des gesamten Turniers.
Wir gewannen den ersten Satz mit 12:11. Nur ein Ballwechsel machte den Unterschied. Im zweiten Durchgang schlugen sie zurück und glichen mit 12:9 aus. Das blieb unser einziger Satzverlust auf dem gesamten Weg ins Halbfinale.
Im dritten Satz fanden wir zu unserem Spiel zurück und siegten mit 12:7.
Genau solche Partien verbessern dich. Verläuft alles reibungslos, lernst du wenig. Wird es eng und du bleibst trotzdem ruhig, nimmst du wertvolle Erfahrungen mit.
Halbfinale gegen die Weltmeister
Im Halbfinale standen die amtierenden Mixed-Weltmeister Apor Györgydeák und Kinga Barabási aus Rumänien auf der anderen Seite des Tisches.
Das Spiel endete 1:12 und 7:12. Dieses klare Ergebnis spricht eine deutliche Sprache.
Im ersten Satz erreichte ich mein gewohntes Niveau nicht. Im zweiten Durchgang fand ich besser in das Spiel, doch das reichte am Ende nicht aus. Gegen Györgydeák brauchst du deinen besten Tag. Diesen hatte ich dieses Mal einfach nicht.
Herren-Doppel: Gruppensieg ohne Satzverlust
Im Herren-Doppel trat ich mit Istvan-David Sagyebo aus Rumänien an. Unser Ziel war klar: der Gruppensieg. Warum das so wichtig ist? Das hält dir im Viertelfinale die schwereren Gegner vom Hals. Die Auslosung belohnt dich für eine saubere Gruppenphase.
Wir lieferten ab: Gegen Kamerun holten wir einen kampflosen Sieg. Brasilien schlugen wir mit 12:6 und 12:10. Das Spiel gegen die Ukraine (Shevchuk/Usychenko) gewannen wir mit 12:4 und 12:5. Portugal bezwangen wir mit 12:4 und 12:1.
Wir verloren keinen einzigen Satz. Im Viertelfinale gegen die Portugiesen Raúl Firmino und Luis Santos ging es mit 12:4 und 12:5 genauso weiter.

Gegen die Nummer 1 und die Nummer 2 der Welt
Im Halbfinale wartete dann die Paarung, die du dir im Doppel eigentlich für ein Finale aufheben würdest: Marek Pokwap und Apor Györgydeák.
Marek führt die FITEQ-Weltrangliste im Herren-Doppel aktuell an. Apor liegt auf Rang zwei. Die Nummer 1 und die Nummer 2 der Welt in einem Team.
2:12 und 9:12. Der zweite Satz zeigt, dass da mehr möglich ist. Aber gegen diese Qualität brauchst du über zwei Sätze deine beste Leistung, und die hatte ich an diesem Tag in beiden Halbfinals nicht.
Warum zwei neue Partner die eigentliche Geschichte sind
Wenn du die Ergebnisliste liest, siehst du zwei dritte Plätze. Wer den Sport kennt, sieht mehr.
Teqball im Doppel lebt von der Abstimmung. Wer nimmt wann welchen Ball? Wie bewegt ihr euch am Tisch, ohne euch gegenseitig im Weg zu stehen? Wann setzt dein Partner den zweiten Kontakt? Die Teams an der Weltspitze trainieren jahrelang miteinander, bis das blind funktioniert.
Ich habe weder einen fixen Doppelpartner noch die Möglichkeit, Doppel regelmäßig zu trainieren. In Santarém bin ich mit zwei Partnern aus zwei Ländern angetreten und mit beiden im Halbfinale gestanden.
Mit Zsófia und mit Istvan-David hat es vom ersten Ballwechsel weg gepasst. Zwei neue Partner, zweimal Bronze, das nehme ich gerne mit.
Was ich aus Santarém mitnehme?
Zwei Halbfinals, zweimal Bronze, ein Turnier ohne echten Ausrutscher bis zum Schluss. Das ist die eine Seite.

Die andere: Gegen Apor Györgydeák habe ich an einem Tag zweimal verloren. Im Mixed und im Doppel. Das nervt mich, und genau deshalb ist es wertvoll. Ich weiß jetzt ziemlich genau, woran ich arbeiten muss, damit so ein Halbfinale beim nächsten Mal anders ausgeht.
Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Aber trainieren muss ich trotzdem heute.
Die Endergebnisse
- Challenger Teqball League, Santarém (POR), 27. bis 29. August 2026

Mixed Doppel
- Apor Györgydeák / Kinga Barabási (ROU) 2. Marek Pokwap (POL) / Maria Chedid (LBN) 3. Adriana Kecerová (SVK) / Gonçalo Reis (POR) 3. Alexander Hamm (AUT) / Zsófia Dezsenyi (HUN)

Herren Doppel
- Apor Györgydeák (ROU) / Marek Pokwap (POL) 2. Martim Vasques / Gonçalo Reis (POR) 3. Alexander Hamm (AUT) / Istvan-David Sagyebo (ROU) 3. Frederik Guldborg-Mondrup / Jens Toftegaard (DEN)

FAQs -Fragen und Antworten
Was ist die Challenger Teqball League?
Die Challenger Teqball League ist eine europäische Turnierserie des Weltverbands FITEQ. Sie besteht aus mehreren Stationen pro Saison, die in verschiedenen Ländern ausgetragen werden. Santarém war heuer die 11. Station. Bei jeder Station sammelst du Weltranglistenpunkte, die deine Platzierung in der FITEQ-Weltrangliste bestimmen.
In welchen Bewerben wird gespielt?
Gespielt wird in Herren-Einzel, Damen-Einzel, Herren-Doppel, Damen-Doppel und Mixed-Doppel. Pro Turnier gibt es aber nur drei verschiedene Kategorien und du darfst in maximal zwei Kategorien antreten. In Santarém habe ich mich für Mixed und Herren-Doppel entschieden.
Warum gibt es zwei dritte Plätze?
Bei FITEQ-Turnieren wird aktuell kein Spiel um Platz 3 ausgetragen. Beide Teams, die im Halbfinale verlieren, bekommen Bronze. Deshalb stehen in der Ergebnisliste zwei Paarungen auf dem dritten Rang. In Santarém war das im Mixed und im Herren-Doppel jeweils so.
Wie läuft ein Teqball-Spiel ab?
Gespielt wird auf einem gebogenen Tisch mit einem Fußball, mit Füßen, Kopf, Brust und Oberschenkel. Ein Satz geht bis 12 Punkte. Pro Ballwechsel hast du maximal drei Berührungen, und den Ball darfst du mit demselben Körperteil nur einmal hintereinander spielen. Ein Match gewinnst du, wenn du zwei Sätze gewinnst.
Was die Zeitungen geschrieben haben
Über die Challanger Teqball League in Santarém 2026 haben drei Medien berichtet, alle drei auch in ihren Printausgaben:
- Kronen Zeitung, Burgenglandausgabe vom 2. September 2026: „Längst kein Geheimtipp mehr“
- BVZ, 3. September 2026: „Hamm: Zweimal auf dem Podest“ (Onlinefassung)
- MeinBezirk, 31. August 2026: „Hamm holt sich zweimal Bronze“ (Onlinefassung)
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