Vom 3. bis 7. Dezember 2025 fand die Teqball WM in Odorheiu Secuiesc statt. Teilnehmer aus 38 Nationen traten an. Im Viertelfinale traf ich auf den amtierenden Weltmeister. Am Ende belegte ich den fünften Platz.
Ich verarbeite die Ereignisse der vergangenen Tage in Rumänien noch immer. Mein fünfter Platz bei der Teqball WM markiert das beste österreichische Ergebnis aller Zeiten. Das wirkt fast unwirklich, wenn ich es aufschreibe.
Ich erzähle die Geschichte aber der Reihe nach.

Der Plan: Gruppe gewinnen, Topspielern ausweichen
Ich bin als Weltranglisten-24. angereist. Im Vorjahr wurde ich Siebzehnter, diesmal wollte ich mehr. Viel mehr. Mein Plan war klar: Gruppe als Erster abschließen, damit ich im Achtelfinale den ganz großen Namen noch aus dem Weg gehe.

Nur: Mein erstes Spiel war gegen Li Liberman aus Israel. Und da war ich noch überhaupt nicht im Turnier angekommen. Ersten Satz mit 10:12 abgegeben. Da ist mir kurz mulmig geworden, ehrlich.
Dann hab ich mich fokussiert. 12:2 im zweiten Satz. 12:5 im dritten. Plötzlich war ich drin.
Gegen Martin Biros aus der Slowakei dann souverän 2:0. Gegen Matheus Ferraz aus Brasilien ging es um den Gruppensieg, und ich habe die Nerven behalten. Zum Abschluss noch ein 2:0 gegen meinen Kumpel Dimitar Pejchinovski. Gruppensieg fix. Plan A hat funktioniert.

Achtelfinale gegen den Mexikaner
Im Achtelfinale kam Aaron Servin aus Mexiko. Technisch ein richtig starker Spieler. Aber ich war drin im Turnier, hab kontrolliert gespielt und mit 2:0 gewonnen. Viertelfinale. Eine Medaille nur noch einen Sieg entfernt.
Und dann kam er. Wieder.
Déjà-vu im Viertelfinale
Apor Gyorgydeak. Amtierender Weltmeister. Rumäne. Und damit quasi Lokalmatador in Odorheiu Secuiesc. Schon letztes Jahr hat er mich rausgehauen.

Die Halle war voll mit seinen Fans. Und er hat gespielt wie ein amtierender Weltmeister halt spielt: eiskalt, routiniert, keinen Fehler erlaubt. 2:0 für ihn. Ich war enttäuscht in dem Moment, klar. Wenn du so nah an einer WM-Medaille bist, tut das weh.

Aber mit etwas Abstand: Ich hab das Maximum rausgeholt. Platz 5 bei einer WM mit 38 Nationen im Einzel. Besseres österreichisches Ergebnis gab es noch nie. Das muss ich mir selbst auch mal erlauben zu sagen.
Gewonnen hat am Ende Apor Gyorgydeak aus Rumänien, der damit seinen WM-Titel erfolgreich verteidigt hat. Zweiter wurde Nikola Mitro aus Serbien. Bronze ging an Uthen Kukheaw aus Thailand und Milan Csabi aus Ungarn. Gratulation!
Das Doppel: Der Moment, auf den ich am meisten stolz bin
Im Doppel war ich gemeinsam mit Daniel Neuhold aus der Steiermark am Start. Erster Gruppensieg gegen die Franzosen, mit 2:0, lief gut.

Dann kam das entscheidende Spiel gegen die Ukrainer Oleh Usychenko und Dmytro Shevchuk. Dritter Satz, beim Stand von 20:20. Bei Teqball musst du den Satz mit zwei Punkten Unterschied gewinnen.
Und dann bekam ich die perfekte Vorlage zum Smash. Punkt für uns, so gut wie sicher.
Nur: Ich habe nach der Ballannahme zur Vorbereitung zum Smash eine weitere Berührung gespürt. Somit schon hatte ich schon zwei Kontakte und der Smash wäre dann der dritte Kontakt. Klare Regelwidrigkeit. Die Schiedsrichter haben nichts gesehen. Die Ukrainer auch nicht.
Ich habe den Smash aus Fairplay abgebrochen.
Kurze Erklärung für alle, die kein Teqball spielen: Du hast im Team insgesamt nur drei Ballberührungen. Dein Partner spielt den Ball dabei ebenfalls einmal. Da Daniel mir schon aufgespielt hat, blieben mir nur noch zwei Kontakte. Ich berührte den Ball jedoch versehentlich schon bei dieser Aktion und gab den fast sicheren Punkt deshalb freiwillig her. Niemand zwang mich dazu.
Der nächste Ballwechsel war dann ein Doppelfehler von uns. 20:22 verloren und dadurch nur Gruppenzweiter.

Würde ich es wieder so machen? Zu hundert Prozent. Fairness geht immer vor.
Als Gruppenzweite sind wir dann trotzdem ins Achtelfinale gekommen, wo das rumänische Duo Szabolcs Ilyes und Arnold Szilagyi auf uns wartete. Erster Satz: Wir führen schon mit 11:9, vergeben den Satzball und verlieren noch 11:12. Ärgerlich. Im zweiten Satz haben sich dann zu viele Fehler eingeschlichen, 0:2 am Ende. Platz 9 im Doppel. Auch das eine deutliche Steigerung gegenüber Platz 17 im Vorjahr, aber mit dem Ukraine-Spiel im Kopf hätte da mehr drin sein müssen.
Das Doppel haben sich am Ende Bogdan Marojevic und Nikola Mitro aus Serbien geholt. Zweite wurden Sorrasak Thaosiri und Jirati Chanliang aus Thailand. Bronze ging an Csaba Banyik und Balazs Katz aus Ungarn sowie Rodrigo Bento Medeiros und Matheus Ferraz aus Brasilien. Gratulation an die Jungs, das war starkes Teqball.
Zeit für Dracula
So eine WM-Woche ist nicht nur Teqball. Am Finaltag haben wir uns vor dem Finale gemeinsam mit dem Team Schloss Bran, das berühmte Dracula-Schloss, angeschaut. Ein ordentlicher Tagesausflug, aber es hat sich gelohnt. Ein bisschen Gruselstimmung, ein wenig Geschichte und der Kopf ist für ein paar Stunden mal weg vom Turnierstress. Genau das, was du in so einer intensiven Woche brauchst.

Was steht als Nächstes an?
Dieses Jahr war schon jetzt verrückt. Im August Bronze bei der allerersten U19-EM. Vor einem Monat mein erster Titel bei den Männern auf Sand in Wanning, China. Und jetzt Platz 5 bei der WM.
Mein Ziel für nächstes Jahr? Bei der WM unter die besten Drei. Ich weiß, das klingt ambitioniert, aber wer mich kennt, weiß: Ich gehe immer volles Risiko. Dafür muss ich noch härter trainieren, noch mehr Turniere auf diesem Level spielen und mental noch robuster werden.
Danke!
So ein Jahr stemmst du nicht alleine. Darum von Herzen:
Danke an meine Familie, die seit Jahren jedes Turnier mitfiebert, mich fährt, filmt und aufbaut wenn es mal läuft und wenn es mal nicht läuft. Ohne euch wäre das alles Theorie.
Ich danke meinem Doppelpartner Daniel Neuhold, der den Fairplay-Moment im Doppel komplett unterstützte. Er verlor kein Wort der Diskussion. Das zeigt seinen Charakter.
Danke auch an meinen Verein, die laketownRIDERS. Ohne euch im Rücken wäre ich heute nicht dort, wo ich bin.
Ich danke meinem Sponsor PODOBeach. Bei euch trainiere ich den ganzen Sommer auf Sand. Das zahlt sich bei den großen Turnieren aus. Ihr begleitet mich auf diesem Weg, und das bedeutet mir sehr viel.
Danke auch an alle, die mitgefiebert haben. Jede Nachricht, jedes „Daumen drücken“ auf Instagram, jeder Kommentar: Das bekommt man zwischen den Matches mit und es gibt Kraft.
Fazit zur Fußball-WM in Rumänien und mein Jahr 2025
Platz 5 bei der WM. Bestes österreichisches Ergebnis aller Zeiten. Bronze bei der U19-EM. Erster Männer-Titel in China. Das Jahr 2025 werde ich so schnell nicht vergessen.
Jetzt heißt es kurz durchatmen, und dann geht das Training wieder los. 2026 will ich auf das Podium.